Über mich
Auf dem Gebiet der technischen Erfindungen gibt es kaum Beispiele dafür, dass Erfinder urplötzlich – wie aus dem heiteren Himmel und ohne theoretische Vorbildung, gefolgt von einer langen, intensiven Praxis der Fachwelt eine neuartige technische Lösung mit Patentwürdigkeit präsentiert hätten. Meistens sind es Professoren und deren Assistenten, also Menschen mit Forschungsgeist: Sie widmen sich lebenslang einer Sache und stellen der Fachwelt erst nach einer langen und intensiven Beschäftigung mit dem Thema ihre neuartigen Konzepte vor.
Zwischen dem Zeitpunkt, als ich mit 14 Jahren meinen ersten Lautsprecher gebaut hatte und mir danach gesagt habe, dass ich mich damit mein ganzes Leben beschäftigen werde, und dem Zeitpunkt, als ich die Idee von Basurman im Kopf hatte, liegen 40 Jahre. In diesen Jahren habe ich ein Elektrotechnik-Studium absolviert, danach ein Marketing-Studium (Wirtschaftsingenieurswesen). Ich hatte als Ingenieur und Manager gearbeitet, bis mir auffiel, dass ich mich von meinem geplanten Weg als Lautsprecherentwickler etwas entfernt habe – obwohl ich privat immer noch intensiv mit dem Lautsprecherbau beschäftigt war. Also wählte ich einen Master-Studiengang namens „Audiokommunikation und Audiotechnologie“ an der TU Berlin und tauchte in die spannende Welt der Audiobranche ein.
Dort vertiefte ich nicht nur mein technisches Know-how, sondern kam auch mit anderen Fachleuten auf diesem Gebiet in Kontakt. Ich lernte, wie man die Bedürfnisse der Musikhörer richtig ermittelt, ihre Meinung und Erfahrung analysiert und dokumentiert. Denn in diesem Studiengang ging es auch um Kommunikation: um Befragungen, statistische Auswertungen und andere Dinge, die einem Entwickler als Leuchtturm dienen – damit man als Steuermann den Hafen nicht verfehlt oder, fachlich ausgedrückt, sein Produkt nicht an den Kundenbedürfnissen vorbei entwickelt. Das lernt man im Marketing-Studium übrigens auch, nur etwas allgemeiner. An der TU Berlin werden dagegen Methoden, Tools und vor allem Begrifflichkeiten ins Visier genommen, die speziell auf die Wahrnehmung der Audioinformation bzw. der Musik abzielen.
An dieser Stelle möchte ich den Professoren Herrn Dr. Weinzierl und Herrn Dr. Lepa danken und ihre Beiträge für die klanglich bessere Audiowelt würdigen. An der TU gibt es allerdings sicherlich auch andere Audiogurus: kompetentes Fachpersonal, Studierende und Promovierende.
Als Protagonist eines schlanken und trotzdem tiefen Basses habe ich all diese Jahre damit verbracht, verschiedene Lautsprecherkonzepte auszuprobieren und miteinander zu vergleichen. Ich baute zahlreiche unterschiedliche Lautsprecher, hörte sie und stellte immer wieder fest, dass der Klangcharakter im Grunde genommen fast immer der gleiche war – und mich nicht wirklich beeindruckte. Tja, ich hatte jedoch eine andere Klangvorstellung im Ohr und vermutlich auch eine andere Mission. Denn konventionelle Lautsprecher zu bauen und zu verkaufen stand nie auf meinem Plan. Ich wollte mehr: Ich wollte einen Schallwandler, bei dem man Gänsehaut bekommt – unabhängig davon, ob er schallt oder nicht –, der selbst nach stundenlangem Hören nicht müde macht, der Lust weckt, die Lautstärke immer weiter aufzudrehen und nicht zuzudrehen.
Das war sozusagen der Vorspann zur Entwicklung von Basurman und meine eigene short story.
Danke fürs Lesen!
Ihr Andreas Baumgärtner
